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Das "Würzburger Modell"
Zentrale Bedeutungen des Würzburger Modells sind das Erleben von Geborgenheit,
Gemeinschaft, Stabilität und Sicherheit, die Akzeptanz der Individualität, Anregung zur Betätigung bzw. Aktivität.
Dichte und Weite, Geschlossenheit und Offenheit, Passivität und Aktivität können durch die Raumstruktur individuell erlebt werden.
Raumgestaltung ist eine elementare Komponente jedes pädagogischen Konzeptes und bezieht sich auch auf das Innerhalb und Außerhalb von Gebäuden.
Das Raumgestaltungskonzept deckt sich überwiegend mit den pädagogischen Konzepten der Einrichtung.
Der optische Eindruck vermittelt in den Räume eine angenehme, warme Atmosphäre, Gemütlichkeit, Geborgenheit. Die Einbauten haben keinen vordergründig dekorativen Charakter, sondern sind nachvollziehbare Konstruktionen, die sehr belastbar sind. Die Akustik ist insgesamt gedämpfter bedingt durch die differenzierten Bereiche, genau wie das Licht, das sehr gezielt eingesetzt wird.
Diese stabilen Konstruktionen aus natürlichen Materialien werden integrativ in den Raum eingepasst und fest miteinander verbunden, trotzdem sind sie variabel und werden sowohl von den Kindern als auch von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterschiedlich genutzt.
Die Treppen und Einbauten laden zum Klettern ein, die Stufen und Podeste erfordern viel Aufmerksamkeit von den Kindern, und man braucht klare Regeln.
Aber die tatsächliche Unfallhäufigkeit ändert sich nicht. Eher ist es so, dass durch den alltäglichen Umgang mit Stufen, Podesten und Treppen die Kinder motorisch sicherer werden. Sie werden angeregt den Spielkameraden zu folgen und so alltägliche Hindernisse zu überwinden. Der Wunsch nach Bewegung kann so zur Therapie werden.
Räumliche Grenzen können pädagogische Grenzen ersetzen. Durch kleine Ecken, Nischen und Höhlen werden vermehrt Rückzugsmöglichkeiten und Betätigungsbereiche bewußt hervorgehoben.
Je nach Bedürfnissen und individuellen Interessen können sich die Kinder in die Gemeinschaft eingliedern oder sich zurückziehen.
Die Auswirkung der Raumgestaltung auf das Spielverhalten der Kinder ist positiv. Es ist Platz für alle, es kommt zu weniger Aggression durch die abgetrennten Bereiche. Es treten weniger Störungen in den Kleingruppen auf. Die Kinder zeigen deutlich höhere Ausdauer und Kreativität im Spiel. Diese Raumgestaltung optimiert die Konzentrations- und Leistungsbereitschaft.
Die Überschaubarkeit des Raumes ist eingeschränkt durch die Ecken und Nischen und Höhlen. Unter dem Aspekt der Aufsichtspflicht sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mehr gefordert als in herkömmlichen Räumen.
Das besondere dieser Idee ist aber auch, dass Eltern und Pädagogen gemeinsam mit den Schreinern ihren Kindergarten bauen.
Die Räumlichkeiten können immer wieder den veränderten Bedürfnissen oder Anforderungen angepasst und erweitert werden.
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