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Entwicklungsneurologische Behandlungsweise nach Vojta
Dr. Vaclav Vojta ist Neuropädiater, stammte aus Prag und lebte in München. Er entwickelte durch intensive Beschäftigung mit behinderten Kindern eine nach ihm benannte neurophysiologische Therapie und eine frühkindliche Diagnostik (7 Lagereaktionen). In den 70er Jahren kam diese Therapieform nach Deutschland.
Man unterscheidet zwei Fortbewegungskomplexe. Der eine wird in der Bauchlage durchgeführt und wird als Reflexkriechen bezeichnet. Ein anderer entsteht aus der Rücken- und aus der Seitenlage, dieser wird als Reflexumdrehen bezeichnet. Die daraus entstehenden Muskelspiele kommen nur in einer bestimmten Körperlage und nur unter bestimmten Reizen zustande.
Die Koordinationskomplexe oder Muskelspiele sind als Funktionsanlage vorhanden, sie sind angeboren und existieren unabhängig vom Lebensalter abrufbereit im zentralen Nervensystem. Teilmuster aus der Reflexfortbewegung sind im spontanen Bewegungsverhalten während der motorischen Entwicklung im 1. Lebensjahr zu beobachten. Dem Patienten wird ein physiologisches Therapiekonzept angeboten, welches schlummernde oder blockierte motorische Fähigkeiten automatisch (reflektorisch) zu wecken und zu integrieren sucht. Sind diese Muskelspiele erst einmal geweckt, so werden sie automatisch vom Patienten, d. h. unbewußt, in die Spontanmotorik übernommen. Druckpunkte (Zonen) lösen diese Muskelspiele am Körper oder an den Extremitäten aus. Es gibt 10 Druckpunkte (Zonen), die je nach Problemstellung eingesetzt werden.
Die Eltern werden von der Therapeutin in die Übungen eingewiesen. Schritt für Schritt erlernen die Eltern die Therapie bis sie sich sicher fühlen. Die Übungen sollen regelmäßig, im Idealfall vier mal täglich 20 Minuten, zu Hause durchgeführt werden. Eine regelmäßige Durchführung ist notwendig, damit die physiologischen Bewegungsmuster immer besser abrufbar sind und in die Spontanmotorik übernommen werden können. So sind schnellere und bessere Fortschritte zu erzielen.
Die Vojta-Therapie hat sich u. a. bei der Behandlung von Entwicklungsverzögerung, Asymmetrien, Tonusstörungen, Zerebralparesen, Ateminsuffizienzen usw. und bei orthopädischen Krankheitsbildern wie Skoliosen, Fußfehlstellungen usw. bewährt.
Häufig bieten die kleinen Patienten bei der Vojta-Therapie sichtbaren Widerstand. Das Festhalten in Positionen ist für sie ungewohnt und die Übungen anstrengend. Durch regelmäßiges Üben und Lob bei richtigen Reaktionen kann sich der Widerstand deutlich verringern.
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